Auswahl und Pflege von Schuhen
Stylistin Kristýna Hrabalová erklärt, wie du Materialien auswählst, Kleidung und Barfußschuhe richtig pflegst und welche Shopping-Fehler du vermeiden solltest, damit dein Kleiderschrank jahrelang funktioniert.
Im letzten Artikel haben wir uns mit Kristýna Hrabalová die Capsule Wardrobe angeschaut – eine einfache Anleitung, wie du aus ein paar Teilen ganz entspannt 20 und mehr Outfits zusammenstellst. Aber selbst die bestdurchdachte Capsule braucht früher oder später Ergänzungen. Und genau hier machen wir am häufigsten Fehler, die den Kleiderschrank eher überladen, statt ihm zu helfen.
Diesmal haben wir mit Kristýna darauf geschaut, worauf du beim Einkaufen achten solltest, warum bei Herbstteilen das Material so entscheidend ist – und wie du sie richtig pflegst.
Ein häufiger Fehler beim Aufbau einer Garderobe: Wir wählen Kleidung danach aus, ob sie uns für sich genommen gefällt.
„Der Pullover ist wunderschön.“ „Diese Hose steht mir.“ „Die Schuhe sind genau mein Stil.“
„Aber erst zu Hause merken wir, dass der Pullover nur zu einer Hose passt, die Hose spezielle Schuhe braucht und die Schuhe nur zu zwei Outfits funktionieren“, beschreibt Kristýna Hrabalová. Deshalb empfiehlt sie einen einfachen Test: Überlege dir bei jedem neuen Teil vor dem Kauf mindestens drei verschiedene Kombinationen mit Kleidung, die du bereits zu Hause hast.
„Wenn dir nur ein oder zwei einfallen, heißt das nicht automatisch, dass du es nicht kaufen sollst. Es kann ein bewusstes Statement-Piece sein. Du solltest dann aber damit rechnen, dass du es nicht besonders vielseitig nutzen wirst“, ergänzt sie.
Materialien sind laut Kristýna eines der Themen, die man beim Aufbau einer Garderobe nicht vergessen sollte. „Glaub mir: Sobald du einmal Kaschmir ausprobiert hast, machst du um Polyesterpullover einen großen Bogen“, sagt sie.
Denn ein hochwertiges Material bedeutet oft, dass wir weniger Schichten brauchen. Statt mehrere dünne Pullover übereinander zu tragen, kann ein gut gewähltes Teil aus Merino, Wolle oder Kaschmir deutlich besser wärmen.
Im Herbst lohnt es sich zum Beispiel zu greifen zu:
Das heißt nicht, dass wir den ganzen Kleiderschrank gegen teure Materialien austauschen sollten. Sinnvoller ist es, weniger zu kaufen und bei Schlüsselstücken auf eine hochwertigere Ausführung zu setzen. Ein wirklich guter Pullover, den du mehrere Saisons trägst, kann am Ende die bessere Investition sein als mehrere günstigere Teile, die schnell ausleiern, anfangen zu pillen oder die du irgendwann nicht mehr anziehst.
Tipp: Hochwertige Teile lassen sich auch super secondhand finden.
Mit hochwertigen Materialien kommt noch ein weiterer wichtiger Punkt – die Pflege.
„Ein hochwertiger Pullover ist kein Kleidungsstück, das man nach jedem Tragen gedankenlos in die Waschmaschine wirft“, warnt Kristýna. Merino, Wolle und Kaschmir brauchen eine schonende Behandlung: Waschen nach Herstellerangaben, das passende Waschmittel, liegend trocknen und richtig lagern. Bei manchen Teilen ist es außerdem besser, das Waschen zu reduzieren und sie zwischen dem Tragen gut auslüften zu lassen.
Vielleicht klingt das nach mehr Aufwand – aber genau die richtige Pflege entscheidet darüber, ob ein hochwertiges Teil eine Saison hält oder mehrere Jahre. Und das ist laut Kristýna eines der wichtigsten Prinzipien einer nachhaltigen Garderobe: nicht ständig Neues kaufen, sondern das Gute, das du schon hast, richtig pflegen.
Die gleiche Logik gilt auch für Schuhe – wenn du möchtest, dass deine Barefoot-Schuhe möglichst lange halten, lohnt es sich, ihnen eine ähnliche Pflege zu gönnen wie deinem Lieblingspullover. Entscheidend sind ein paar grundlegende Gewohnheiten: schonendes Anziehen mit Schuhlöffel oder Anziehhilfe, die passende Reinigung je nach Material (Leder, Textil, Membran und veganes Leder haben jeweils eigene Anforderungen), langsames Trocknen fern von der Heizung und vor allem regelmäßiges Imprägnieren.
Eine detaillierte Anleitung zur Pflege je nach Material findest du im Artikel Mit der richtigen Pflege halten deine Barfußschuhe viele Jahre. Du musst nur wissen, wie.
Die Herbstsaison bringt viele neue Kollektionen, Trends und Verlockungen in den Läden. Bevor du aber etwas Neues mit nach Hause nimmst, lohnt es sich, kurz zu entschleunigen – nicht alles, was dir im Geschäft gefällt, hat wirklich einen Platz in deinem Kleiderschrank.
Ein Trend kann eine tolle Möglichkeit sein, deine Garderobe aufzufrischen – aber er sollte nicht der einzige Grund für einen Kauf sein. Bevor du dir den aktuellen Fashion-Hit holst, stell dir vor, ob er dir auch in einem Jahr noch gefällt und vor allem, ob er zu deinem persönlichen Stil passt.
Du musst Trends nicht meiden – viel smarter ist es, nur das auszuwählen, was dir wirklich steht, dir Spaß macht und sich mit dem kombinieren lässt, was du schon hast. Außerdem muss ein Trend nicht über einen großen Einkauf in den Kleiderschrank kommen. Manchmal reicht ein Gürtel, ein Tuch, eine Tasche oder ein anderes Accessoire.
Das ist laut Kristýna einer der besten Tests vor dem Kauf.
„Du stößt auf einen schönen Rock, merkst aber, dass du dazu spezielle Schuhe brauchst, ein neues Top, eine bestimmte Tasche und noch eine Jacke, die dazu passt. Plötzlich kaufst du nicht eine Sache, sondern startest gleich ein komplett neues Outfit“, beschreibt sie.
Eine gut funktionierende Garderobe sollte andersherum funktionieren – ein neues Teil sollte idealerweise zu dem passen, was du bereits besitzt, und dir mehrere neue Kombinationen ermöglichen. Stell dir deshalb vor dem Kauf – im Kopf oder direkt in der Umkleide – mindestens drei Outfits mit Dingen zusammen, die du zu Hause hast.
Wenn dir keines einfällt, lohnt es sich zu überlegen, ob du das neue Teil wirklich brauchst.
Vielleicht hast du fünf schwarze Pullover im Schrank, mehrere sehr ähnliche Jeans oder noch ein weißes Hemd, das sich von den vorherigen nur minimal unterscheidet.
Stell dir deshalb vor jedem Kauf eine einfache Frage: „Was bringt mir dieses Teil, was ich noch nicht habe?“ Wenn die Antwort nur lautet „Es ist ein bisschen anders“, liegt es vielleicht nicht daran, dass dir dieses Teil fehlt – sondern daran, dass du einfach gern genau diese Kategorie shoppst.
Statt das aufzufüllen, wovon du schon genug hast, schau lieber nach einer Lücke in deiner Garderobe. Vielleicht fehlt dir nicht noch ein Pullover, sondern eine gut sitzende Hose. Vielleicht brauchst du nicht das fünfte Paar Sneaker, sondern Schuhe, die du für elegantere Outfits nutzen kannst.

Schuhe können ein ganzes Outfit verändern – und genau deshalb solltest du sie mit Blick auf deine gesamte Garderobe auswählen. Bevor du Schuhe kaufst, die perfekt nur zu einem Kleid passen, frag dich lieber: „Wie viele Outfits kann ich damit zusammenstellen?“ Ideal ist es, wenn du ein Paar zu Hosen, Jeans, Rock und Kleid tragen kannst – erst dann werden Schuhe zu einem wirklich funktionalen Teil der Garderobe und nicht zu einem einmaligen Accessoire.
„Und wenn du Barfußschuhe auswählst, gilt das ganz genauso – Komfort und mehr Platz für die Füße müssen kein Stil-Kompromiss sein“, ergänzt Kristýna.
Der beste Kauf ist nämlich nicht der, über den wir uns in der Umkleide freuen – sondern der, den wir später wirklich oft aus dem Schrank holen.

„Ich möchte nicht, dass ihr bei jedem Gefühl von ‚Ich habe nichts zum Anziehen‘ loszieht und shoppen geht. Ich möchte euch beibringen, zuerst in den eigenen Kleiderschrank zu schauen“, sagt Kristýna. Denn sehr oft haben wir dort viel mehr, als wir denken – wir wissen nur nicht, wie wir die einzelnen Teile zusammenstellen, wie wir ein Outfit ein bisschen weiterentwickeln oder wie wir aus einem Teil mehrere ganz unterschiedliche Kombinationen machen.
Genau deshalb ist die App KriStyle entstanden, die Menschen beibringen soll, ihren eigenen Kleiderschrank anders zu betrachten. Du fotografierst einfach das Outfit, das du gerade trägst, und die App schaut mit einem Styling-Blick darauf – sie zeigt, was funktioniert, was sich verbessern ließe und wie du das Outfit weiterentwickeln kannst. Dabei muss es keine große Veränderung sein – manchmal reicht ein anderer Schuh, ein Gürtel, ein eingestecktes Top oder eine zusätzliche Schicht.
In der App entsteht gleichzeitig eine Galerie deiner eigenen Outfits – so wächst nach und nach eine persönliche Inspiration: nicht Bilder fremder Frauen von Pinterest, sondern Kombinationen, die Menschen wirklich im Schrank haben und wieder anziehen können. KriStyle wird außerdem schrittweise um die Funktion „Kleiderschrank“ erweitert, in die du einzelne Teile aus deinem Schrank hochladen kannst, damit die App neue Kombinationen entdecken hilft und Nutzer*innen lernen, mit dem zu arbeiten, was sie bereits haben.
„Ich will euch nicht noch mehr Dinge zeigen, die ihr kaufen sollt. Ich will euch zeigen, was ihr alles schon habt. Stil beginnt für mich nicht mit dem nächsten Kauf – er beginnt in dem Moment, in dem du deinen eigenen Kleiderschrank mit neuen Augen anschaust“, schließt Kristýna Hrabalová.

Der Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Kristýnou Hrabalová, Stylistin für Frauen im Alltag und Autorin der App KriStyle, die ihren Blick auf Styling direkt in Kleiderschränke bringt. Sie ist überzeugt: Der beste Kleiderschrank ist nicht der, in den wir ständig etwas hinzufügen, sondern der, aus dem wir das Maximum herausholen können. KriStyle verbindet deshalb nach und nach Outfit-Bewertungen, eine persönliche Galerie und die smarte Arbeit mit dem eigenen Kleiderschrank.

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