Daniel E. Lieberman, Leiter der Abteilung für evolutionäre Humanbiologie an der Harvard University und führende Persönlichkeit auf diesem Gebiet, beschreibt in diesem grundlegenden Werk verständlich und fesselnd die Entwicklung, die der menschliche Körper über Millionen von Jahren durchlaufen hat. Dabei erklärt er, wie die zunehmende Diskrepanz zwischen der Mischung steinzeitlicher Anpassungen unseres Körpers und dem Fortschritt der modernen Welt zu einem Paradoxon führt: dem gleichzeitigen Anstieg von Langlebigkeit und chronischer Krankheit.
Die Geschichte des menschlichen Körpers beleuchtet brillant die Transformationen, die zu den wichtigsten Anpassungen des Körpers beigetragen haben: die Entwicklung des aufrechten Gangs auf zwei Beinen, die Umstellung auf eine andere Ernährung als Früchte, die Nahrungsbeschaffung durch Jagd und Sammeln, die uns außergewöhnliche Voraussetzungen für Ausdauerdisziplinen verschaffte, die Entwicklung eines sehr großen Gehirns sowie den Aufstieg kultureller Fähigkeiten. Lieberman erläutert weiter, wie sich kulturelle Evolution von biologischer Evolution unterscheidet und welche weiteren Veränderungen unsere Körper im Laufe der landwirtschaftlichen und industriellen Revolution durchlaufen haben.
Lieberman vertritt die Ansicht, dass viele chronische Krankheiten aufgrund der „Dysevolution" fortbestehen und sich in einigen Fällen sogar verstärken. Diese fatale Dynamik entsteht, wenn nur die Symptome dieser Krankheiten behandelt werden, nicht aber ihre Ursachen. Er schlägt vor, dass wir uns von den Erkenntnissen über die Evolution anstoßen, drängen und notfalls auch zwingen lassen sollten, eine gesündere Umgebung zu schaffen.
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